Es ging um die Wurst – FDP Grünwald diskutiert über Deutschlands Zukunft
Grünwald. Mehr als 100 Gäste folgten der Einladung des FDP-Ortsverbands Grünwald zur Veranstaltung „Es geht um die Wurst – Jetzt Deutschland zukunftsfähig machen“. Bei sommerlichen Temperaturen, lokalen Spezialitäten und vielen politischen Gesprächen herrschte eine spürbare Aufbruchsstimmung. Dabei ging es nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich um die Wurst.
Die Besucher ließen sich Würste lokaler Metzger wie Priller, Vinzenz Murr und Bauch schmecken. Auch an Vegetarier und Veganer war gedacht: Eine vegane Wurst vom Rewe ergänzte das Angebot. Dazu gab es kühle Getränke für jeden Geschmack – von Augustiner (auch alkoholfrei) über Apfelsaftschorle und Wasser bis zur weithin sichtbaren gelben Mango-Schorle.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Deutschland wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähiger werden kann. Die zahlreichen Gäste aus Grünwald und dem Münchner Süden nutzten die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen über Wirtschaft, Bürokratie und politische Reformen.
Maria-Theresia von Seidlein (4. von links) freute sich über die vielen Gratulationen zu ihrem Einzug in den Grünwalder Gemeinderat
Kubicki gratuliert zur dritten FDP-Gemeinderätin
Ein besonderer Höhepunkt war ein virtuelles Grußwort des neu gewählten FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki, das auf einem Hochkant-Monitor gezeigt wurde. Kubicki gratulierte zunächst dem Grünwalder Ortsverband zu einem besonderen politischen Erfolg: „Ich gratuliere dem Grünwalder Ortsverband zur dritten Gemeinderätin. Ein toller Erfolg für starke Liberale in Grünwald.“
Gemeint war die Vereidigung von Maria-Theresia von Seidlein, die jetzt am 21. Juli als dritte FDP-Gemeinderätin in den Grünwalder Gemeinderat nachrückt.
Vorausgegangen war eine Wahlanfechtung durch die FDP, in deren Folge die Rechtsaufsicht des Landkreises München das Ergebnis der Gemeinderatswahl korrigierte und der FDP einen zusätzlichen Sitz zusprach.
Kubicki nutzte seine Rede zugleich für eine grundsätzliche Kritik an der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung:
„Unsere Wirtschaft hat große Probleme. Betriebe schließen, Arbeitsplätze gehen verloren. Die Politik spricht vom Bürokratieabbau, schafft aber immer neue Vorschriften und Belastungen.“
Deutschland brauche mehr Wettbewerbsfähigkeit und weniger Belastungen für Unternehmen, Arbeitnehmer und Selbstständige, so der FDP-Vorsitzende. Seine Botschaft an die Gäste lautete abschließend:
„Wir können es besser. Viel Erfolg und einen wunderschönen Tag.“
Prominente Besucher am FDP Wurststand (von rechts nach links) — Wolfgang Kubicki, Helmut Markwort, Patricia Riekel neben Marco Deutsch und Michael Lehmann-Horn
Prominente Gäste aus München
Ortsvorsitzender Michael Lehmann-Horn freute sich über die starke Resonanz und die Teilnahme zahlreicher Gäste aus Grünwald und München. Unter den Besuchern waren unter anderem die neu gewählte Münchner FDP-Stadträtin und frühere Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel sowie der Focus-Gründer und ehemalige Alterspräsident des Bayerischen Landtags Helmut Markwort.
Kritik an Brüsseler Bürokratie
In seiner Rede sprach Lehmann-Horn insbesondere über die zunehmende Regulierungsdichte für Unternehmen. Gerade kleine und mittelständische Betriebe würden immer stärker durch neue Vorschriften belastet.
Als Beispiel nannte er die kommende europäische Verpackungsverordnung, die für zahlreiche kleinere Unternehmen die Teilnahme am europäischen Binnenmarkt erheblich erschwere oder wirtschaftlich unattraktiv mache. Auch die Batterieverordnung führe bereits beim Verkauf von Produkten mit kleinsten Batterien wie Knopfzellen zu umfangreichen Melde- und Registrierungspflichten in den einzelnen Mitgliedstaaten.
Zugleich kritisierte er, dass die Europäische Union nicht ausreichend gegen große Mengen günstig produzierter Importware aus China vorgehe.
FDP fordert Strukturreformen
Der stellvertretende Ortsvorsitzende Daniel Samir Hussein konzentrierte sich in seiner Rede auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Er nannte dabei drei zentrale Handlungsfelder: Arbeitskosten, Unternehmenssteuern und Bürokratie.
Hussein kritisierte die im internationalen Vergleich hohen Lohnnebenkosten und sprach sich für eine kapitalgedeckte Altersvorsorge aus, ohne zusätzliche Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zudem forderte er eine schnellere Senkung der Unternehmenssteuern auf ein wettbewerbsfähiges europäisches Niveau.
Besonders deutlich wurde er beim Thema Bürokratie. Als Vorbild nannte er Irland, wo Unternehmen ihre Daten nur einmal zentral bereitstellen müssen und Behörden diese selbst abrufen können.
„Ja, es geht um die Wurst. Wir brauchen diese Strukturreformen heute – und wir brauchen sie jetzt.“
Die Rede wurde von den Gästen mit Applaus aufgenommen.
Am Ende blieb bei vielen Besuchern der Eindruck eines gelungenen Abends: gute Gespräche, zahlreiche Gäste und eine klare Botschaft – wenn Deutschland wirtschaftlich erfolgreich bleiben will, dann geht es tatsächlich um die Wurst.
Fotos: FDP Grünwald
Einladung zur Veranstaltung: „Es geht um die Wurst! Jetzt Deutschland zukunftsfähig machen!“